WILA – In diesem Jahr 160 Jahre auf der Reise

WILA, gegründet 1857 und damit eines der ältesten Unternehmen der Lichtbranche, begeht in diesem Jahr sein 160jähriges Jubiläum. Begonnen hat alles im Dachgeschoss eines kleinen Wohnhauses mit der Fertigung von Beschlägen. Später gehörte man zu den vier größten deutschen Wohnraumleuchtenherstellern, wurde danach zum technischen Marktführer für kompakte Downlights und steht nun im Verbund der Nordeon Gruppe als Spezialist für individuelle Beleuchtung im digitalen Lichtzeitalter.

Aufbruch

 

Wilhelm von Hagen, 1814 geboren, wagt als Graveur und Metallbearbeiter 1857 in Iserlohn den Schritt in die Selbstständigkeit und gründet in einer Dachgaube mit zwei Handspindelpressen und Prägewerkzeugen das Unternehmen. Er stirbt früh bereits 1863. Seine Ehefrau führt das Unternehmen weiter und firmiert alsbald unter der Bezeichnung Witwe Wilhelm von Hagen. Diese wird erst in den 50er Jahre durch die Bezeichnung WILA ergänzt und folgend ersetzt. Das Unternehmen produziert in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts Möbelbeschläge vorzugsweise aus Messing und wuchs von 3 Familienangehörigen plus 4 Mann Belegschaft auf über 80 Mitarbeiter im Jahre 1899. 1902 wurde ein zweiter Standort in Meschede errichtet, 1909 der russische Markt erschlossen.
Von 1910-14 agierte das Unternehmen von St. Petersburg bis nach Odessa, von Belgrad über Athen, in der Schweiz, Italien, in Amsterdam, Barcelona, Lissabon bis nach Südamerika, Australien und den Philippinen. Das dokumentiert sich in einem Umsatz von 1 Million Reichsmark bei 80% Exportquote. Nach dem ersten Weltkrieg ist man 1922 wieder auf Wachstumskurs mit einem Neubau am heutigen Standort am Gerlingser Weg und einem erweiterten Export nach Ägypten, Palästina, Mexiko und England. Vor allem Kaffeekocher und Wasserkrugdeckel aus Messingblech für Ägypten und Palästina schaffen Erfolge und einen Umsatz von 2,5 Millionen Reichsmark.
1932 erfolgt aus der Not rückläufiger Wirtschaftsentwicklung im Bereich der Beschläge der Einstieg in die Fertigung von Beleuchtungskörpern. Klavier- und Tischleuchter hatte man zwar schon 1888 gefertigt, aber mit der Präsentation auf der Leipziger Herbstmesse 1934 stieg man schnell bis 1938 zur Nr. 4 der deutschen Beleuchtungskörperindustrie auf. Nach dem zweiten Weltkrieg beginnt WILA 1945 mit 180 Mitarbeitern die Herstellung von Untersetzern, eisernen Dachpfannen und Herdbeschlägen.
1957, im Jahr des 100jährigen Jubiläums arbeiteten nahezu 600 Menschen in Iserlohn und Meschede. In der Firmenschrift hieß es damals:“…, die Kunden erkannten sehr bald das Bemühen um individuelle Formgebung und wussten, dass man in Iserlohn dem neuen Formempfinden gerecht zu werden verstand.“ In den 60er und 70er Jahren entwickelte WILA neben Wohnraumleuchten auch schon erste technischen Leuchten für Büros und Verwaltungsgebäude.

 

Neue Ziele im Blick

 

Helmuth Karl Unger übernahm das Unternehmen WILA 1984 und richtete es mit konsequenter Fokussierung aus auf „Kompakte Leuchten für kompakte Lampen“ (so ein Slogan aus dieser Zeit). Dem Aufkommen der besonders energiesparenden, kompakten Leuchtstofflampe und der Niedervolt-Halogenglühlampe, folgte die Philosophie und die Ausrichtung von WILA fortan. Konzentriert auf den Büro- und Verwaltungsbau, partnerschaftlich zusammenarbeitend mit den licht- und elektroplanenden Professionen, dem Handel sowie dem verarbeitenden Gewerbe, wurde das Unternehmen wieder erfolgreich. Es wuchs bis Mitte der 90er Jahre mit Tochterfirmen in Großbritannien, den USA, Frankreich und der Schweiz. In dieser Phase wurde WILA führend im Bereich Downlights. Innovative Radialspiegel-Entblendungssysteme wie das Turbo-Raster, die ersten Leuchten mit elektronischen Vorschaltgeräten (EConnect) und Downlights mit kombinierter Klimafunktion setzten Standards im Markt. Projekte wie das von Richard Meier entworfene Rathaus in den Haag, die Bibliothèque de France in Paris von Dominique Perrault, das Daimler Chrysler Technology Zentrum in Stuttgart, die Indische Botschaft in Berlin, die Flughäfen Miami, Orly und Düsseldorf sowie das BBC Headquarter in London waren die Meilensteine dieser Phase.

2005 ging WILA erneut in neue Hände. Die neuen Inhaber Michael Collett, Peter LeManquais und Andreas Henrich konzentrierten sich auf individuelle Lichtlösungen als eine Kombination aus hochqualitativer Lichttechnik, modularisierter Bauweise und flexibel agierendem Service. 2008 erfolgte mit Exilum, der ersten Hochleistungs-Leuchtenserie in LED Technologie, wiederum ein wegweisender Schritt. Neben der kompletten Programmumstellung auf LED Technologie folgten in den nächsten Jahren mit den Serien „Tentec, alphabet, Transparency und Linic“ weitere Innovationen, die die Licht- und Designqualität noch einmal anhoben um auch zusammen mit international arbeitenden Lichtplanern anspruchsvolle Projekte zu entwickeln. Das damals weltweit größte Büroprojekt mit LED wurde in der Nomura Investment Bank in London realisiert. Mit über 70.000 LEDs auf 2,2 km Länge, war es in seiner Zeit einzigartig. Es wurden auch immer wieder Flughäfen, wie in Hamburg oder Dublin realisiert. Daneben präsentieren sich auch der SIDRA Hospital Komplex in Katar, das Tennisstadion in Madrid, das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe oder die Sitze der Unternehmensberatungen von KPMG und Deloitte in London als herausragende Projekte.

 

Weltreise

 

Mit der Nordeon Gruppe begegnet man folgend einem Partner, der wirtschaftliche und technologische Kapazität bot, um sich international und damit kommerziell weiterzuentwickeln. WILA wurde im Februar 2016 Mitglied der Nordeon Group, einem Unternehmensverbund dem nun bereits sieben Licht- und ein Technologiespezialist angehören. Mit den Unternehmen bzw. Marken Griven, Hess, Vulkan, Lamp, Schmitz, Nordeon und WILA gibt es die direkte Präsenz in den Niederlanden, Deutschland, Großbritannien, Spanien, Finnland, den USA, Südamerika und dem Mittleren Osten. Darüber hinaus gibt es Partner in über 30 Ländern der Welt. Im Jahr des 160jährigen Bestehens, führt WILA mit den Leuchtenfamilien „Siro, Novis und Cluster“ drei neue Produktplattformen ein und schließt damit zugleich die hundertprozentige Konversion zur digitalen LED Technologie ab. Das Unternehmen ist nun schon 160 Jahre auf der Reise, aber es ist keine Zeit um innezuhalten; das nächste Ziel heißt „Intelligentes Licht“ und ist schon vor Augen.

 

 


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